Mandatspräsentation prüfen: Der letzte Check vor dem Eigentümertermin
Prüfe deine Mandatspräsentation vor dem Termin auf drei Ebenen: Ist der Plan für diesen Eigentümer überzeugend begründet? Stimmen die fachlichen Aussagen und Zusagen? Ist die Präsentation verständlich und im Gespräch nutzbar? Die Kontrolle soll sicherstellen, dass der Eigentümer deine Empfehlung und deine Verantwortung beurteilen kann, ohne Widersprüche selbst auflösen zu müssen.
Die folgenden Empfehlungen sind Teil unserer skib-Arbeitshilfe für die Mandatspräsentation.
Lies zuerst nur den roten Faden
Gehe die Folientitel und Kernaussagen durch, bevor du einzelne Zahlen oder Formatierungen kontrollierst. Wird klar, was dem Eigentümer wichtig ist, wie du die Immobilie einordnest und welchen Plan du daraus ableitest? Die Präsentation braucht eine erkennbare Argumentation. Eine vollständig ausgefüllte Vorlage kann trotzdem an der eigentlichen Eigentümerfrage vorbeigehen.
Nutze diese Fragen für den ersten Durchgang:
- Erscheinen die bestätigten Eigentümerprioritäten im vorgeschlagenen Vorgehen wieder?
- Führt die Objekt- und Markteinordnung zu einer verständlichen Empfehlung?
- Wird bei wichtigen Maßnahmen sichtbar, was du konkret übernimmst?
- Ist der Nutzen für den Eigentümer ausgesprochen?
- Steht fest, worüber er am Ende entscheiden können soll?
Wenn die Antwort fehlt, ergänze eine Schlussfolgerung oder straffe einen Baustein. Zusätzliche Folien sind nur nötig, wenn sie eine wichtige Frage verständlicher beantworten.
Prüfe die Aussagen gegen ihre Grundlage
Kontrolliere die Quellen und den Stand wichtiger Angaben intern. Unterscheide dabei, ob eine Information korrekt übernommen wurde und ob sie die konkrete Aussage tatsächlich trägt. Ein richtig abgeschriebener Inseratspreis bleibt ein Angebotspreis. Eine korrekt dokumentierte Eigentümeräußerung ist noch kein fachlicher Nachweis einer Objektangabe.
| Prüffeld | Konkreter Check | Bei einem Problem |
|---|---|---|
| Objektbezug | Gehören Bilder, Grundriss und Angaben zur richtigen Immobilie? | Falsche Inhalte ersetzen; abhängige Aussagen prüfen |
| Eigentümerziele | Sind die dargestellten Wünsche tatsächlich bestätigt? | Unklare Interpretation rückfragen |
| Markt und Preis | Passen Zeitraum, Vergleich und Preisart zur Aussage? | Herleitung korrigieren oder Aussage begrenzen |
| Strategie | Passen die Maßnahmen zu Objekt und Eigentümerziel? | Empfehlung an den betroffenen Stellen anpassen |
| Leistung | Können die genannten Personen die zugesagten Aufgaben übernehmen? | Zuständigkeit und tatsächlichen Umfang klären |
| Kosten und Bedingungen | Stimmen Darstellung und aktuelles Angebot überein? | Widersprüche vor der Entscheidung auflösen |
| Erfahrung | Tragen die Referenzen die behauptete Kompetenz? | Aussage präzisieren oder einen passenderen Beleg wählen |
Wesentliche offene Fragen haben eine Konsequenz: Eine davon abhängige Aussage wird noch nicht getroffen, oder du erklärst dem Eigentümer die verbleibende Einschränkung. Interne Prüfvermerke und Bearbeitungsnotizen bleiben außerhalb der Eigentümerfassung.
Fiktives Beispiel: Leistungsfolie und Angebot widersprechen sich
Die Leistungsfolie nennt ein technisches Gutachten als enthalten. Im aktuellen Angebot steht dagegen, dass dieses bei Bedarf gesondert beauftragt und berechnet wird. Der Fall ist fiktiv; er zeigt einen Widerspruch, der die Entscheidung über die Zusammenarbeit beeinflusst.
Prüfe zuerst, welcher Leistungsumfang tatsächlich angeboten werden soll. Für dieses Beispiel nehmen wir an, dass das Gutachten eine Zusatzleistung bleibt. Du korrigierst die Folie entsprechend: „Wir koordinieren bei Bedarf die gesonderte Beauftragung eines technischen Gutachtens. Umfang und Kosten stimmen wir vorab mit Ihnen ab.“ Die Kostenübersicht und der Ablauf müssen dazu passen.
Damit sieht der Eigentümer vor seiner Entscheidung, welche Unterstützung enthalten ist und worüber er zusätzlich entscheidet. Die interne Notiz zum Vorlagenfehler bleibt in der Vorbereitung. Falls sich stattdessen das Angebot ändern soll, reicht eine korrigierte Folie nicht: Dann müssen auch Angebot und Zuständigkeiten angepasst werden.
Sprich die Empfehlung einmal laut aus
Eine Folie kann beim Lesen verständlich wirken und im Gespräch trotzdem schwer zu erklären sein. Sprich deshalb die Kernaussage jeder wichtigen Folie aus: „Wir empfehlen …, weil … . Wir übernehmen dafür … . Das bedeutet für Sie … .“ Du musst diese Satzfolge nicht auf jede Folie schreiben; sie ist ein Check für deine Vorbereitung.
Achte darauf, ob du Fachbegriffe erklären musst, ob Diagramme die Aussage wirklich zeigen und ob du zwischen zwei Folien einen gedanklichen Sprung machst. Wenn du die Empfehlung nur mit zusätzlichen Informationen begründen kannst, ergänze die nötige Grundlage oder ändere die Darstellung.
Lasse, wenn möglich, eine unbeteiligte Person den Plan zusammenfassen. Frage, welche Leistung und welcher nächste Schritt bei ihr angekommen sind. Damit prüfst du Verständnis statt bloß Zustimmung zur Gestaltung.
Kontrolliere die tatsächliche Fassung für den Termin
Öffne die Datei, die du wirklich präsentieren oder versenden wirst. Prüfe Lesbarkeit, Bilder, abgeschnittene Inhalte, Links und gegebenenfalls interaktive Elemente auf dem vorgesehenen Gerät. Ein richtiger Inhalt in der Arbeitsdatei hilft nicht, wenn in der exportierten Fassung eine Tabelle fehlt oder eine alte Folie enthalten ist.
Bestätige zum Schluss intern, welche Version du geprüft hast. Wenn danach eine zentrale Aussage geändert wird, kontrolliere auch die davon betroffenen Folien erneut. Im Termin soll der Eigentümer einen zusammenhängenden, fachlich verantworteten Vorschlag sehen – und erkennen können, warum du der passende Partner für die Umsetzung bist.
Fehlt eine Grundlage, gehe zur Vorbereitung und zum internen Brief zurück. Prüfe zum Abschluss auch den vereinbarten nächsten Schritt.
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